Udo Kern
Wissen ohne Grenzen? Zur Offenheit und Weite des Eckhartschen Erkennens
Zusammenfassung
Für Eckhart ist das intelligere dei die Grundlage des Seins (radix et causa omnis esse). Das intelligere dei unterscheidet sich von dem intelligere hominis dadurch, dass dieses verursacht ist und erleuchtet wird, während jenes verursacht und erleuchtet. Das Erkennen des einen Gottes (gen. subj.) ist unbegrenzt. Der Mensch ist in die Dialektik von Endlichkeit und Unendlichkeit gestellt. Endlichkeit kommt dem intellectus agens, Unendlichkeit dem intellectus passibilis resp. possibilis zu, da letztere operatio dei sind. Der durch die Gottesgeburt geprägte Mensch wird durch Gott qualifiziert, capax infiniti und damit wizzender mensche zu sein. Denn: »Darin erkennen wir Gott […], dass er uns sehend und erkennend macht.«
Neue Zeitschrift für Systematische Theologie und Religionsphilosophie, Walter de Gruyter
Print ISSN: 0028-3517
Volume: 48, 08/2006
Pages: 109 - 130
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