Herwi Rikhof
Luther und die TrinitätstheologieZu Oswald Bayer: Martin Luthers Theologie. Eine Vergegenwärtigung
Zusammenfassung
Mein kurzer (ökumenischer) Beitrag besteht darin, zwei Texte Luthers auszulegen, die in Bayers Buch eine wichtige Rolle spielen, besonders dort, wo die Trinitätstheologie verhandelt wird: den Hymnus »Nun freut euch lieben Christen g'mein« und einen Abschnitt aus dem Großen Katechismus (das Ende des Kommentars zum Glaubensbekenntnis). Bayer benutzt in seiner Analyse des Hymnus zwei Gegensätze, die Luthers neue Einsicht erhellen sollen: der eine betrifft das motivum incarnationis, der andere die Trinitätstheologie. Aufgrund von neueren Forschungen zu Thomas von Aquin und vor dem Hintergrund neuerer Entwicklungen in der Trinitätstheologie müssen diese Gegensätze eine nuanciertere Betrachtung erfahren. Bayers Auslegung des Abschnittes des Großen Katechismus übersieht die Unterscheidung, die Luther zwischen wahren und falschen Christen macht. Wegen seiner starken, beinahe ausschließlichen Betonung der Rolle Jesu Christi übersieht er zudem, dass Luther eindeutig die Wichtigkeit der Rolle des Geistes anerkennt.
Neue Zeitschrift für Systematische Theologie und Religionsphilosophie, Walter de Gruyter
Print ISSN: 0028-3517
Volume: 48, 07/2006
Pages: 74 - 82
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