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Cilliers Breytenbach

Die Vorschriften des Mose im Markusevangelium

1. Einführung: Zitat, Anspielung und Komposition

Ein Hauptproblem, mit dem ein/e Ausleger/in des Markusevangeliums sich auseinanderzusetzen hat, ist die Frage nach dem Werden des markinischen Textes. Da die Ergebnisse der Untersuchungen zum Stil im Markusevangelium es nicht erlauben, literarkritisch vormarkinische Stilprofile vom durchgehenden Stil des vorliegenden Textes abzugrenzen, hat sich die Frage nach der Herkunft des in Markus aufgenommenen Stoffes auf den überlieferungsgeschichtlichen Vergleich verlagert. Da der Evangelist den Text in einem einheitlichen Stil formulierte, ob er ihn nun diktierte oder selbst den Stilus in der Hand hatte, stoßen wir auf seine Wörter und Wendungen. Ob er vormarkinische Überlieferung verarbeitete, muss an den betreffenden Stellen nachgewiesen werden. Tradition kann nicht einfach durchweg vorausgesetzt werden. Dort, wo es Parallelen zwischen Aussagen des markinischen Jesus und Stellen in der frühchristlichen Briefliteratur gibt, ist es möglich nachzuweisen, dass Markus Logien aus der paränetischen Überlieferung des Urchristentums, die Jesus zugeschrieben wurden, verwendete. Die Differenzen der verschiedenen schriftlichen Fassungen, sei es nun bei Paulus, in den Pastoralbriefen, in der Offenbarung, bei den apostolischen Vätern, in P.Oxy. oder im Markusevangelium, lassen es aber nicht zu, vormarkinische Formulierungen dieser Logien zu konstruieren. Folglich sind Aussagen über die präzise Bedeutung oder Intention der einzelnen vormarkinischen Logien unmöglich.

Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der Älteren Kirche, Walter de Gruyter

Print ISSN: 0044-2615
Volume: 97, 01/2006
Pages: 23 - 43

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