Der Zusammenbruch staatskirchlicher Strukturen 1918 in Deutschland und der Versuch einer Neuorientierung der evangelischen Landeskirchen nach 1945 sind von einer in den letzten Jahrzehnten zunehmenden Austrittswelle von Kirchenmitgliedern begleitet worden. Die von dem Wohnort, dem Elternhaus und der Geburt vorgegebenen Zugehörigkeit zu einer Kirche hat sich aufgelöst. Diese Situation erfordert von den Kirchen eine neue Offenheit und das Eingehen auf das Erleben von Einzelnen und Gruppen. Theologie, Verkündigung und die Gestalt des Pfarrers erfordern heute eine reflektierte Ausrichtung auf die Grundlagen gemeinschaftsbildender Kommunikation in der Kirche. Ein weiteres Festhalten an der Wortlastigkeit der protestantischen Theologie und in besonderer Weise des evangelischen Gottesdienstes steht dieser im Wege und blockiert eine Vermittlung des Glaubens für breite Schichten.
Print ISSN: 1430-6921
Volume: 11, 06/2007
Pages: 92 - 105