Im Gespräch mit der neueren Naturwissenschaft und Naturphilosophie wird ein Weltbegriff erarbeitet, der sowohl theologisch als auch naturphilosophisch verantwortet ist. Notwendige, nicht hinreichende Bedingung, das freie Wirken Gottes in der Welt denken zu können, ist ein offener Weltbegriff. Jedoch hat die Welt, wie an den Problemkreisen Zeit, Naturgesetz und Materie aufgezeigt wird, nicht nur offene Ränder, sondern »offene Dimensionen« im Inneren. Die Zeit hat den indeterminierten Aspekt der unverfügbaren Gegenwart und der offenen Zukunft, den Naturgesetzen eignet wie allen Weltereignissen generelle Kontingenz und die Materiestruktur ist ohne die Annahme von transzendenter »Kreativität« nicht zu verstehen. Gott kann somit als der das kontingente Weltgeschehen von innen wirkende Schöpfer, seine Transzendenz mithin als unverfügbares, räumliches und zeitliches Innen der Welt gedacht werden.
Print ISSN: 0028-3517
Volume: 48, 08/2006
Pages: 200 - 221