Zusammenfassung Freie Fettsuren (FFS) sind physiologisch wichtige Energiesubstrate, deren Freisetzung durch Lipolyse im Fettgewebe an die Energiebedrfnisse des Krpers angepasst ist. Die vor allem bei adipsen Patienten erhhten Konzentrationen an FFS stehen in Zusammenhang mit Typ 2-Diabetes, Leberzellverfettung und kardiovaskulren Erkrankungen. Vor allem bei Herzinsuffizienz und dem akuten Koronarsyndrom sind die FFS durch die lipolytische Wirkung von Katecholaminen und natriuretischen Peptiden erhht. FFS knnen zur myokardialen Dysfunktion beitragen, haben ein proarrhythmogenes Potenzial und fhren bei erhhter Aufnahme und Oxidation im Herzmuskel zu einem im Vergleich zur Energiegewinnung durch Glukose erhhten Sauerstoffbedarf. In diesem Zusammenhang gibt es bereits Therapieanstze einer so genannten metabolischen Therapie fr koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz, die darauf abzielen, den Stoffwechsel bzw. die Oxidation von Fettsuren im Myokard zu reduzieren. Die Anwendbarkeit von FFS als diagnostischer Routineparameter ist hingegen durch ihre groe Schwankungsbreite mit starker Abhngigkeit von der Nahrungsaufnahme, bzw. von hormonellen Einflssen, limitiert. Weiterhin ist offen, ob Nchternwerte, postprandiale Messungen oder dynamische, z.B. durch Stressfaktoren evozierte Vernderungen der FFS, bessere Parameter fr ein erhhtes kardiovaskulres Risiko darstellen. Im vorliegenden bersichtsartikel wird das derzeitige Wissen ber den Stoffwechsel und die Bedeutung von FFS als kardiovaskulrer Risikofaktor zusammengefasst und das Potenzial von FFS in Diagnostik und Therapie kardiovaskulrer Erkrankungen diskutiert.
Print ISSN: 0025-8466
Volume: 31, 06/2007
Pages: 135 - 140