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Rolf Hartmann, Wolfgang Köller, Rudolf Ascherl, Martin Russlies

Entwicklung eines Operationsgerätes zur minimal-invasiven Fascia lata-Entnahme / Designing a surgical device for harvesting autologous fascia lata grafts as a minimal invasive procedure

Keywords: chirurgische Nahtmaschine, Fascia lata-Transplantation, minimal-invasive Chirurgie, Tractus iliotibialis, fascia lata transplantation, iliotibial tract, Minimal invasive surgery, surgical sewing device

Zusammenfassung

Ziel: Die Fascia lata wird bei operativen Verfahren als Transplantat in unterschiedlicher Form und Größe benötigt. Bei der konventionellen Gewinnung des Transplantats wird die Fascia lata durch einen entsprechend langen Hautschnitt am lateralen Oberschenkel entnommen. Zur Verringerung der Nachteile des ausgedehnten operativen Zugangsweges zur Autotransplantatentnahme gibt es etablierte minimal-invasive Verfahren. Diese ermöglichen jedoch keinen Faszienverschluss nach Entnahme des Transplantats und beinhalten somit das Risiko der Entstehung einer symptomatischen Muskelhernie. Ziel der Arbeit war die Entwicklung eines Operationsgerätes zur minimal-invasiven Fascia lata-Entnahme, welches zusätzlich die entstandene Faszienläsion mit einem Nahtverfahren wieder verschließt.

Material und Methode: Der entwickelte Prototyp wurde an 11 menschlichen Frischleichen getestet. Der operative Zugang erfolgte über zwei kleine Hautschnitte. In der Maschine konnte ein spezielles Fixations- und Bearbeitungsverfahren realisiert werden, das einen Faszienverschluss mit einer überwendelnden, fortlaufenden Naht ermöglicht. Nach dem Eingriff wurden das Transplantat und die Fascia lata inklusive Fasziennaht begutachtet.

Ergebnisse: Die Versuche zeigten eine prinzipielle Eignung der Methode für eine minimal-invasive Fascia lata-Entnahme. Die entnommenen Transplantate entsprachen bei allen Versuchen den gewünschten Maßen. Die fortlaufende, überwendelnde Naht der Oberschenkelfaszie verlief mit korrekten Stichabständen und gleichmäßiger Spannung ohne Dehiszens. Weder das Transplantat noch das Gewebe in der Entnahmeregion zeigten eine makroskopische Schädigung durch das Gerät.

Schlussfolgerung: Die an die Operationsmethode gestellten Anforderungen konnten im Wesentlichen erfüllt werden. Ein klinischer Einsatz erscheint möglich, wobei jedoch Verbesserungspotential vor allem im Bereich der Handhabung des Gerätes besteht.

Biomedizinische Technik, Walter de Gruyter

Print ISSN: 0013-5585
Volume: 51, 09/2006
Pages: 125 - 130

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