Die SDS-Discelektrophorese (SDS-PAGE) trennt Proteine nach dem Molekulargewicht und erlaubt die qualitative und semiquantitative Analyse der mit dem Urin ausgeschiedenen Eiweiße. Im Gegensatz zur Einzelproteinanalyse werden keine Konzentrationen von Markerproteinen gemessen, sondern es werden alle im Urin vorhandenen Proteine mit einem Molekulargewicht zwischen etwa 10 und 800 kDa dargestellt. Da die pathophysiologischen Prozesse im Nephron sich im Wesentlichen in der molekularen Größe der Urineiweiße widerspiegeln, lassen die elektrophoretischen Muster Rückschlüsse auf das Vorliegen einer glomerulären und/oder tubulären Schädigung und auf prä- und postrenale Prozesse zu. Sie ermöglichen somit die Bestimmung der Lokalisation der Erkrankung am Nephron, nicht aber die Diagnose der zugrunde liegenden Ursache. Im klinischen Alltag gibt die Untersuchung damit wertvolle Hinweise auf die Natur der Erkrankung und leistet Hilfestellung bei der Entscheidung, ob eine Biopsie zur weiteren Abklärung erforderlich ist. Daneben liefert sie insbesondere bei Verlaufsuntersuchungen Hinweise in Bezug auf die Prognose und lässt bei Veränderungen im Verlauf Remissionen, Rezidive und Progression erkennen.
Print ISSN: 0025-8466
Volume: 29, 10/2005
Pages: 317 - 324