Die Autoimmunthyreoiditis (AIT) ist die häufigste Autoimmunerkrankung des Menschen. Die Klinik ist sehr variabel und reicht von Hypo- bis zu Hyperthyreose-Symptomen. Das Schilddrüsenparenchym stellt sich dabei typischerweise inhomogen und diffus echoarm dar. Es besteht eine positive Korrelation zwischen den Titern von Antikörpern gegen die Thyreoperoxidase (TPO) und der Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Hypothyreose. Diese Korrelation kann derzeit jedoch nur unzureichend quantifiziert werden. Eine generelle Empfehlung zur Bestimmung der Antikörper gegen TPO in der Allgemeinbevölkerung kann nicht gemacht werden. Bei Nachweis eines erhöht gemessenen TSH-Wertes ist diese Bestimmung allerdings angezeigt.
Die Immunhyperthyreose ist die einzige Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer Stimulation des Zielgewebes und primär nicht zu dessen Destruktion kommt. Neben der Hyperthyreose kann es zu extrathyreoidalen Manifestationen wie der endokrinen Orbitopathie kommen. In der Sonographie bzw. Duplex-Sonographie sieht man häufig eine diffuse Echoarmut und verstärkte Durchblutung des Organs. Zur Diagnosesicherung des Morbus Basedow sollten die TSH-Rezeptor-Autoantikörper (TRAK) bestimmt werden. Aufgrund der höheren Sensitivität und Spezifität ist der Assay der zweiten Generation (Einheiten in IU/L) gegenüber demjenigen der ersten Generation (Einheiten in U/L) vorzuziehen. Eine Prognoseabschätzung des Morbus Basedow gelingt durch eine Bestimmung der TRAK sechs Monate nach Erstdiagnose, wobei Werte >10 IU/L eine Remission weitgehend ausschließen, so dass eine definitive Therapie schon zu diesem Zeitpunkt angestrebt werden kann. Für niedrigere Werte oder auch Abnahmezeitpunkte nach kürzerer Krankheitsdauer kann derzeit noch keine zuverlässige Aussage gemacht werden. Mittels der TRAK-Bestimmung auf der Basis eines Assays der zweiten Generation kann auch das Risiko für eine Verschlechterung einer endokrinen Orbitopathie abgeschätzt werden. Die Bestimmung der Thyreoglobulin-Antikörper (Thyreoglobulin-AK) ist für beide Erkrankungsentitäten entbehrlich.
Print ISSN: 0025-8466
Volume: 30, 08/2006
Pages: 254 - 257