Die Diagnostik des Antiphospholipid-Syndroms (APS) stellt nach wie vor eine Herausforderung sowohl für den Kliniker als auch für den Labormediziner dar. Neben der mangelnden Standardisierung der Antikörper-Tests stellt insbesondere die Assoziation der Antiphospholipid-Antikörper mit verschiedensten Infektionen ein schwerwiegendes diagnostisches Problem dar. Auch die Vielfalt möglicher Symptome, die mittlerweile in Assoziation mit dem Antiphospholipid-Syndrom beschrieben wurden, erschwert eine frühe Diagnose. Im Folgenden soll ein Algorithmus zur Diagnose des APS beschrieben werden, der in der Arbeitsgruppe für Autoimmunität der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) erarbeitet wurde. Bei Verdacht auf das Vorliegen eines Antiphospholipid-Syndroms sollte neben der “klassischen” Gerinnungsdiagnostik auch die Suche nach Antiphospholipid-Antikörpern begonnen werden. Insbesondere der Umgang mit grenzwertigen Ergebnissen und die weitere Diagnostik bei initial negativen Antikörper-Befunden werden im Detail diskutiert. Ziel ist es, sowohl dem Kliniker als auch dem Labormediziner eine Hilfestellung zur effektiven Diagnostik des Antiphospholipid-Syndroms zu geben.
Print ISSN: 0025-8466
Volume: 30, 08/2006
Pages: 250 - 253