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Sven Ostermeier, Carsten O. Tibesku, Adrian Skwara, Susanne Fuchs, Christina Stukenborg-Colsman

Der Einfluss der Patellakinematik auf die tibiale Rotation nach Knie-Totalendoprothesen-Implantation / Influence of patellar position on tibial rotation after total knee arthroplasty

Keywords: Endoprothetik, Knie, Kinematik, Patella, Rotation, endoprosthesis, Kinematics, knee, total knee arthroplasty

Zusammenfassung

Ziel: Die Implantation von Knietotalendoprothesen erfordert in der Mehrzahl die Resektion des vorderen Kreuzbandes. Aufgrund entstehender ligamentärer Insuffizienz ist die tibiale Rotation verstärkt von anderen Faktoren abhängig. Die vorliegende Studie diente zur dynamischen in vitro-Messung des Einflusses der durch die mediolaterale Patellaposition bestimmten Zugrichtung des Kniestreckapparates auf die tibiale Rotation nach Implantation von zwei unterschiedlichen Knieendoprothesen.

Material und Methode: Patella- und Tibiakinematik wurden zunächst anhand von 10 physiologischen, „fresh-frozen” humanen Kniegelenkspräparaten in einem Kniegelenkskinemator, der einen isokinetischen Extensionsversuch simuliert, ermittelt. Anschließend erfolgte die Messung nach Implantation der Interax®- bzw. Genesis II®-Knieendoprothese in je fünf Präparaten und eine Bewertung von signifikanten Unterschieden der Kniegelenkskinematik.

Ergebnisse: Die maximale mediale Position der physiologischen Patella betrug -6,6 mm (entspricht Lateralisierung) relativ zum Tibiazentrum, die maximale tibiale Außenrotation 4,1°. Nach Implantation der Genesis II®-Knieendoprothese verringerte sich die tibiale Außenrotation signifikant (p=0,03) bei relativer Medialisierung der Patella (p=0,01), wohingegen sich nach Implantation der Interax®-Knieendoprothese eine signifikant (p=0,01) erhöhte tibiale Außenrotation bei einer physiologisch entsprechenden Lateralisierung der Patella zeigte.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Studie lassen einen wesentlichen Einfluss der mediolateralen Patellaposition auf die tibiale Rotation nach Implantation einer Knieendoprothese vermuten, wobei keines der getesteten Prothesensysteme in der Lage ist, eine physiologische Gelenkkinematik vollständig zu reproduzieren.

Biomedizinische Technik, Walter de Gruyter

Print ISSN: 0013-5585
Volume: 51, 09/2006
Pages: 145 - 152

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