Mitte 2005, als ich nach 30jähriger verlorener Liebesmühe die Suche nach den Grimmschen Handexemplaren ihres Deutschen Wörterbuchs (DWB) erneut aufnahm, diesmal in Zusammenarbeit mit Dr. Berthold Friemel von der Arbeitsstelle Grimm-Briefwechsel an der Humboldt-Universität in Berlin, stand folgendes fest: laut ihrem Verlagsvertrag erhielten Jacob und Wilhelm Grimm als Verfasser u. a. zwei Freiexemplare der einzelnen Lieferungen des DWB „auf gutem Schreibpapier mit breitem Rand“, damit sie Nachträge und Zusätze hinzufügen konnten. Hiervon machte nach eigenen Angaben vor allem Jacob Grimm reichlich Gebrauch. So schrieb er zum Beispiel am 21. Dezember 1861 an Karl Weigand;
Wenn Sie überhaupt mein quartexemplar des abdrucks ansehen sollten, wie alles von nachträgen wimmelt! ihrer natur nach können bücher dieser art erst gut werden bei zweiter auflage, die ich nicht erleben kann, noch viel minder als die erste vollführen. gleichviel widerstehe ich nicht dem trieb und der lust zusätze beizuschreiben.
Print ISSN: 0301-3294
Volume: 34, 10/2006
Pages: 207 - 209