Science.Online
Publisher and Institutes
Akademie Verlag
Deutsches Institut für Urbanistik
Oldenbourg Wissenschaftsverlag
Walter de Gruyter
Schattauer
You are here: Home :: Area JESP :: Jurisprudence
 
Marius Breucker

Zulässigkeit von Stadionverboten

Einleitung

Sportereignisse und insbesondere Fußballspiele werden von Gewalttätern nach wie vor zum Anlass für Ausschreitungen genommen. Die Veranstalter sind innerhalb ihrer Verkehrsicherungspflicht gehalten, geeignete Vorkehrungen gegen potentielle Störer zu treffen. Seit einigen Jahren, namentlich seit dem Angriff auf den Gendarmen Daniel Nivel in Lens im Juni 1998, verstärken der Deutsche Fußball Bund (DFB) und die in ihm organisierten Vereine gemeinsam mit den staatlichen Behörden

Vgl. Breucker, NJW2004, 1361 ff.;ders., Transnationale polizeiliche Gewaltprävention (2003), passim.

ihre Bemühungen, Ausschreitungen in oder um Fußballstadien erst gar nicht entstehen zu lassen. Wä hrend Verband und Vereine die Angebote für die überwältigende Mehrheit der friedlichen Fans mit Hilfe von Fanbeauftragten erweitert haben, gehen sie gegen Gewalttä ter mit Härte und Konsequenz vor. Zentrales Instrument ist das auf das Nationale Konzept Sport und Sicherheit

Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Arbeitsgruppe Nationales Konzept Sport und Sicherheit, Ergebnisbericht, April 1993.

aus dem Jahre 1992 zurück gehende Stadionverbot

Anfang 2004 waren ca. 1.700 bundesweite Stadionverbote in Kraft.

. Da die meisten Hooligans entgegen anderslautender Klischees durchaus am Fußball interessiert sind

Gerade bei Traditionsvereinen identifizieren sich »Hooligans« in der Regel intensiv mit ihrem Verein, vgl. Lösel/Bliesener/Fischer/Pabst, in: Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Hooliganismus in Deutschland: Ursachen, Entwicklung, Prävention und Intervention, 2001, S. 61.

, soll ihnen – so der Gedanke – durch Ausschluss vom Spielgeschehen der Reiz der Randale genommen werden. Die Stadionverbote sind wegen ihrer weitreichenden Wirkung umstritten und Gegenstand zahlreicher gerichtlicher Auseinandersetzungen

Vgl. etwa Kössler, Presseerklärung der Initiative »Pro Fans«, veröffentlicht unter www.pro1530.de.

. Im Hinblick auf die Fußball WM 2006 und angesichts der Bemühungen, ein europaweites Stadionverbot einzuführen

Wägenbaur, Bericht aus Brüssel, ZRP 2003, 431.

,werden die Kontroversen noch zunehmen. Im Interesse der Rechtssicherheit für alle Beteiligten beleuchtet der folgende Beitrag die rechtlichen Voraussetzungen und Grenzen eines Stadionverbotes.

Juristische Rundschau, Walter de Gruyter

Print ISSN: 0022-6920
Volume: 2005, 04/2005
Pages: 133 - 138

Show full article (external site)

Show all available items of this journal