Die Thematik des Unternehmens- und Anteilskaufs und die in diesem Zusammenhang auftretenden Streitpunkte waren schon nach alter Rechtslage Ursprung angeregter Diskussion in Rechtsprechung und Schrifttum. Grundlegend zur alten Rechtslage RGZ 67, 86; BGH NJW 1970, 653, 655; WM 1974, 51; NJW 1977, 1536; WM 1988, 1700; NJW-RR 1996, 429; LM § 463 BGB Nr. 18; NJW 1990, 1659; NJW-RR 1989, 306; NJW 2002, 1042, 1043; Quack, ZGR 1982, 350, 365; Hommelhoff, ZGR 1982, 366, 390; Canaris, ZGR 1982, 395, 434; Hiddemann, ZGR 1982, 435, 451 und Wessing, ZGR 1982, 455ff. Vgl. u. a. Triebel/Hölzle, BB 2002, 521ff; Gronstedt/Jörgens, ZIP 2002, 52ff; Wolf/Kaiser, DB 2002, 411ff; Wunderlich, WM 2002, 981ff; Weitnauer, NJW 2002, 2511ff; Büdenbender, DStR 2002, 312ff; Knott, NZG 2002, 249ff; Gaul, ZHR 166 (2002), 35ff; Seibt/Reiche, DStR 2002, 521ff; Wälzholz, DStR 2002, 500ff; Hilgard/Kraayvanger, MDR 2002, 678; Huber, AcP 202 (2002), 179ff; Gruber, MDR 2002, 433ff; Jaques, BB 2002, 417; Kindl, WM 2003, 409ff; Barnert, WM 2003, 430ff; speziell zu Garantiebestimmungen nach neuem Recht: Dauner-Lieb/Thiessen, ZIP 2002, 108ff; Müller, NJW 2002, 1026, 1027; von Gierke/Paschen, GmbHR 2002, 457, 464; Graf v. Westphalen, ZIP 2001, 2107ff; Seibt/Raschke/Reiche, NZW 2002, 256; Hermanns, ZIP 2002, 696 ff sowie Holzapfel/Pöllath, Unternehmenskauf in Recht und Praxis, 11. Aufl., 2003, S. 331 ff.
Im Vordergrund der Auseinandersetzungen im Schrifttum steht die grundlegende Frage, inwieweit sich die gefestigte Rechtsprechung des Reichsgerichts und Bundesgerichtshofs zur Haftung beim Unternehmens- und Anteilskauf nach alter Rechtslage noch aufrecht erhalten und auf die neue Rechtslage übertragen lässt. Welche Sekundärrechte stehen dem Käufer nunmehr bei „Mängeln? des gekauften Unternehmens oder Anteils zu und inwieweit passen diese angesichts des besonderen Kaufgegenstandes? Ist der neue Beschaffenheitsbegriff in § 434 Abs. 1 BGB Normen ohne Zusatz beziehen sich auf die seit 1. Januar 2002 gültige Rechtslage, Normen nach alter Rechtslage sind mit „a.F.? gekennzeichnet.
Einen weiteren Kernpunkt der aktuellen Diskussionen – und von enormer kautelarjuristischer Bedeutung – bildet die Frage nach der Auslegung und Anwendung des neuen § 444 BGB im Zusammenhang mit Garantieerklärungen, die nach alter Rechtslage gängige Vertragspraxis waren. Die Schuldrechtsreform hat insoweit – obgleich der vielgepriesenen systematischen Vereinfachungen – zu einem erhöhten Maß an Rechtsunsicherheit für den Unternehmens- und Anteilserwerber geführt. Dieser Rechtsunsicherheit zu begegnen und die einzelnen Streitfragen einer sach- und fachgerechten Lösung zuzuführen Ziel des folgenden Beitrags.
Print ISSN: 0340-2479
Volume: 34, 01/2005
Pages: 63 - 100