Mariana Sacher
Systemtheorie und Strafrecht: Kritik der rollenbezogenen Zurechnungslehre
I. Die aufgesplitterte „Lehre“ von der objektiven Zurechnung
Die Lehre von der objektiven Zurechnung unter dem unrechtsbezogenen Aspekt der Schaffung von Freiheitsräumen erfährt heutzutage so unterschiedliche Ausgestaltungen vor allem aufgrund der unterschiedlichen Basiskonzepte des Strafrechts, dass die Bezeichnung als Lehre nur durch die noch gemeinsame Idee eines tatbestandlichen strafrechtsfreien Raums bestehen bleibt. Die Entwicklung der Zurechnungslehre von Günther Jakobs hat vor allem dazu beigetragen, dass sich die Begründungswege und die Zurechnungsstrukturen voneinander wesentlich entfernt haben. Dies erfolgte vor allem durch die in der letzten Zeit vollzogene Wandlung von Jakobs bei der Begründung des Strafrechtsfundaments, was natürlich auch im Unrechtsbereich Folgen zeitigte.
Zeitschrift für die Gesamte Strafrechtswissenschaft, Walter de Gruyter
Print ISSN: 0084-5310
Volume: 118, 11/2006
Pages: 574 - 619
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