Politisch-administrative Kooperation über die Landesgrenzen hinweg hat in den letzten 15 Jahren erheblich zugenommen. Ursächlich dafür sind veränderte politische Opportunitätsstrukturen, wesentlich durch die EU-Integration bedingt. Solche Kooperationen sind zweckgerichtet und erzeugen neuartige Formen von „governance“ in dem Sinne, dass sich Akteurskonstellationen zu neuen Themen mit selbstentwickelten Interaktions-Regelungen herausbilden. Eine Flexibilisierung der politisch-administrativen Strukturen dürfte allerdings weniger gegeben sein, wenn ihr Gegenstand bisher nicht wahrgenommene Aufgaben sind, sich die Interaktionsprozesse nicht über den Zeitraum konkreter Projekte hinaus verdichten und die Kooperation sich lediglich auf die Planungsphase, nicht aber auch auf die Vollzugsphase bezieht. Zudem ist ein neuer Modus nicht immer leicht abzugrenzen gegenüber generellen Veränderungen politisch-administrativer Problembearbeitung in einer globalisierten Wissensgesellschaft.
Print ISSN: 1610-7780
Volume: 2, 06/2004
Pages: 263 - 280