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Heike Jung

Europäisches Strafrecht (Teil II)

Zu den sicher innovativsten Entwicklungen der letzten Jahre in der Strafrechtswissenschaft zählt die Entdeckung des Europäischen Strafrechts. Inzwischen ist die Berücksichtigung der europäischen Perspektive mehr und mehr zur „state of the art“ geworden. Dabei wird der expansionistische Zugriff der EG/EU-Instanzen auf strafrechtliche Gestaltungsformen gerade in Deutschland teilweise skeptisch bis sehr kritisch gesehen. Wie dem auch sei: Europarecht kann nicht mehr ohne Strafrecht betrieben werden – eine Tatsache, der sich die traditionell auf Völkerrecht, öffentliches Recht und Privatrecht fixierte Disziplin stellen muß. Die Interaktionsebenen sind vielschichtig, die Bezüge verästelt, die Reformvorschläge zahlreich und unübersichtlich, die methodischen und rechtspolitischen Implikationen grundlegender Natur – kurzum, die Materie drängt weiter nach euro-strafrechtlicher Systematisierung und Positionsbestimmung; selbst die Rechtstheorie sieht sich herausgefordert. Dieser anspruchsvollen Aufgabe stellt man sich allenthalben in Europa, darunter neuerdings verstärkt auch in Deutschland.

Zeitschrift für die Gesamte Strafrechtswissenschaft, Walter de Gruyter

Print ISSN: 0084-5310
Volume: 116, 08/2004
Pages: 475 - 510

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