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Richard Mnch

Die Transformation des akademischen Feldes: vom föderalen Pluralismus zur Differenzierung in Zentrum und Peripherie

Die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an den deutschen Hochschulen ist nach einer Zeit der konstatierten „Aufbruchstimmung“ zunehmend in die Kritik geraten. Den wenigen Gewinnern stehen viele frustrierte Verlierer gegenüber, die viel Zeit und Energie in gescheiterte Anträge gesteckt haben und vergeblich nach rationalen Gründen suchen, die ihnen erklären, warum sie nicht zum Zuge gekommen sind. Sie erkennen nicht, warum sie sich gegen eine ganze Reihe von Anträgen geschlagen geben mussten, die nach dem kritischen Urteil der Gutachter vor der entscheidenden Sitzung des Bewilligungsausschusses am 13. Oktober 2006 noch hinter ihren eigenen Anträgen oder gleichauf mit ihnen rangierten. Auf der Grundlage einer empirischen Untersuchung über das System der Forschungsförderung in Deutschland konnte dieses Ergebnis in der Tendenz und in den entstandenen Legitimationsnöten vorausgesagt werden. Die klar ersichtliche Konzentration des Groβteils der Exzellenzgelder auf wenige Standorte in Süddeutschland ist angesichts der viel weniger eindeutigen Beurteilung der Anträge durch die Gutachter für die Verlierer nicht nachvollziehbar. Sie verstehen nicht, warum nur acht schon vorher reicheren, aber nach Gutachterlage keineswegs überragend leistungsstärkeren Hochschulen in Süddeutschland für fünf Jahre weitere 615 Mio. € und damit nahezu zwei Drittel der gesamten Summe zugeflossen sind, während sich weitere 14 Einrichtungen von der Mitte bis zum Norden der Republik mit 342,5 Mio. € und damit nur etwas mehr als einem Drittel zufrieden geben mussten. Während allein auf den Standort München 382,5 Mio. € konzentriert wurden, mussten sich die drei Berliner Universitäten mit jeweils 5 Mio. € bescheiden, ganz zu schweigen von den leer ausgegangenen Hochschulen, die sich mit ihren starken Fächern in keiner Weise hinter einer der siegreichen Hochschulen verstecken müssen. Zu den 22 prämierten Anträgen gibt es eine Vielzahl alternativer Projekte und Standorte, die genauso förderungswürdig wären. Das Ergebnis erscheint deshalb willkürlich und illegitim.

Zeitschrift für Staats- und Europawissenschaften, Walter de Gruyter

Print ISSN: 1610-7780
Volume: 4, 03/2007
Pages: 473 - 487

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