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Heike Jung, Kathrin Nitschmann

Das Bekenntnis zum Schuldbekenntnis – zur Einführung des plaider coupable im französischen Strafprozess

I. Einleitung

Das Gesetz mit dem in der öffentlichern Debatte verwendeten Kurztitel „Loi sur la grande criminalité“ nimmt – ganz auf der Linie der aktuellen französischen Kriminalpolitik – weitere „strafverfolgungsfreundliche“ Änderungen des Code de procédure pénale (C.P.P.) vor. Eine ragt in ihrer grundsätzlichen Bedeutung heraus, nämlich die Einführung eines plaider coupable. Dieser für französische Verhältnisse revolutionär klingende Vorschlag liegt im Zug der Zeit, konsensualen Verfahrensmodellen auch in kontinental-europäischen Verfahrensordnungen mehr Raum zu gewähren. Gesetzgeber und Gerichtspraxis gingen allenthalben voran, teilweise kritisch begleitet von der Wissenschaft. Den Anfang hatte bekanntlich Italien mit der Regelung des patteggiamento und des giudizio abbreviato gemacht, Modelle, auf die in der französischen Diskussion auch ausdrücklich verwiesen wird. Getragen wird der Vorschlag von Gesichtspunkten der Effektivität. Aber er findet auch Verteidiger im Kreise derer, die für mehr Partizipation im Verfahren streiten.

Zeitschrift für die Gesamte Strafrechtswissenschaft, Walter de Gruyter

Print ISSN: 0084-5310
Volume: 116, 10/2004
Pages: 785 - 796

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