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Jan Lieder

BGH, Urteil vom 9.10.2006 – II ZR 193/05, Persönliche Inanspruchnahme des Gesellschafters einer GbR für deren Altverbindlichkeiten (Anmerkung Jan Lieder)

BGB § 705; HGB § 110; InsO § 93

Urteil vom 9.10.2006 – II ZR 193/05

1. § 93 InsO ist keine eigenständige Anspruchsgrundlage zugunsten des Insolvenzverwalters. Dieser wird, wenn er auf der Grundlage des § 93 InsO die persönliche Haftung eines Gesellschafters geltend macht, in treuhänderischer Einziehungsbefugnis als gesetzlicher Prozessstandschafter der einzelnen Gesellschaftsgläubiger tätig.

2. Nimmt der Insolvenzverwalter einen nachträglich der Gesellschaft bürgerlichen Rechts beigetretenen Gesellschafter wegen einer Vielzahl von Gesellschaftsverbindlichkeiten in Anspruch, so hat er die einzelnen Verbindlichkeiten nach Entstehungszeitpunkt und Schuldgrund darzulegen, weil der Gesellschafter für Neuverbindlichkeiten uneingeschränkt, aber nur für solche Altverbindlichkeiten haftet, die er kannte oder die für ihn erkennbar waren (vgl. Sen.Urt. v. 12.12.2005 – II ZR 283/03, ZIP 2006, 82 [= DZWIR 2006, 166 mit Anm. Abram]).

(Vorgehend: LG Bremen, 25.9.2002 – 4 O 2240/01; OLG Bremen, 13.5.2003 – 3 U 106/02)

Deutsche Zeitschrift für Wirtschafts- und Insolvenzrecht, Walter de Gruyter

Print ISSN: 1439-1589
Volume: 17, 04/2007
Pages: 199 - 202

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