Daniela Mattheus
Bericht über die Diskussion
Im Zentrum der Symposiums-einführenden Abteilung stand das von Wulf Goette beschriebene Gläubigerschutzkonzept zur Krisenvermeidung und -bewältigung in seiner bestehenden gesetzlichen Konzeption und deren Verfeinerung durch die höchstrichterliche Rechtsprechung. Die von Peter Hommelhoff geleitete Diskussion hatte – angesichts dieses breiten Spektrums – vielfältige Facetten. Im Wesentlichen wurden vier Kernaspekte beleuchtet: Zunächst wurde das gesetzlichen Mindeststammkapital als besondere Säule des Gläubigerschutzkonzepts und dessen Bedeutung erörtert. Von den Diskussionsteilnehmern wurde dabei eine Lücke im Schutzkonzept entdeckt, welche jedoch weniger in der Kapitalaufbringung und -erhaltung einerseits und der Krisenbewältigung andererseits gesehen wurde als vielmehr in der Krisenerkennung und -vermeidung. Die weitere Diskussion rankte sich deshalb um die Frage, welche Krisenerkennungs- und -vermeidungsinstrumente de lege lata bestünden und gegebenenfalls ausgebaut werden müssten. Im Vordergrund stand dabei die Analyse der Geschäftsführerpflichten; im Fortgang der Diskussion wurde freilich auch die Frage nach entsprechenden Gesellschafter- sowie gar Gläubigerpflichten aufgeworfen. Dabei zeigte sich, dass namentlich die Erkennung der Krise besondere Schwierigkeiten bereitet. Aus aktuellem Anlass wurde ergänzend der Blick auf die derzeitige Reformdebatte im GmbH-Recht und den Gesetzgebungsprozess gelenkt.
Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht, Walter de Gruyter
Print ISSN: 0340-2479
Volume: 35, 07/2006
Pages: 281 - 287
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